Was ist eine Living Library?
Die Living Library (menschliche Bibliothek) ist eine nachhaltige Workshopform der Diskriminierungssensibilisierung und Demokratiebildung. Sie schafft sichere Begegnungsräume, in denen Menschen ihre Geschichten mit Anderen teilen und Erfahrungen austauschen. Das Konzept baut persönliche und direkte Gesprächskonstellationen auf, die so sonst vermutlich nicht zustande kommen – ähnlich wie Zeitzeug*innengespräche, nur dass diese Zeit jetzt ist.
Wie lange dauert eine Living Library?
Eine Gesprächsrunde mit einem "human book" dauert 20 - 30 Minuten. Um den Teilnehmenden die Möglichkeit zu geben mit mindestens zwei "human books" zu sprechen, empfehlen wir eine Veranstaltungsdauer von mindestens 90 Minuten (inklusive Vorbereitung, Pause und Reflexion).
Längere Einheiten bis Ganztagsseminare inklusive inhalticher Auseinandersetzung bieten wir nach individueller Absprache an.
Welche Themenfelder werden angesprochen?
Je nach Kontext und Zielsetzung einer Living Library kann diese ein breites Spektrum abdecken. Die Geschichten der "human books" erzählen mit unterschiedlichem Fokus u.a. von ihrer Flucht über das Mittelmeer oder dem Weg zu Fuß, dem Leben und den Kriegen in Afghanistan oder Syrien, dem Leben als non-binäre Person oder der Transition zu einem anderen Geschlecht, dem Leben mit einer Behinderung, dem erfahrenen Rassismus als BIPOC oder Geflüchtete:r in Deutschland, dem Umgang mit Depressionen oder der erlebten Drogensucht, der Flucht aus der DDR u.v.m
Living Libraries provozieren Perspektivwechsel, sensibilisieren für Diskriminierungen, schulen die Fähigkeit des empathischen Zuhörens und fördern einen besseren Umgang mit anderen Menschen, Kulturen, Religionen und Lebensentwürfen.
Wo und in welchem Kontext kann eine Living Library stattfinden?
Living Librarys eignen sich für öffentliche Veranstaltungen in Cafés, Bibliotheken, Jugendclubs und anderen Veranstaltungsräumen, für Schulprojekttage, Klassenfahrten, für interne bzw. betriebliche Weiterbildungen, u.v.m. Im Zusammenhang mit Living Libraries bieten wir außerdem Workshops/Trainings zur Diskriminierungssensibilisierung, Konfliktbearbeitung, zu Diversität und Chancengleicheit an.
Zur unverbindlichen Anfrage nutzen Sie bitte unser Anmeldeformular.
Wer führt die Living Libraries durch?
Das Herz einer jeden Living Library sind die „human books“. „Human books“ sind diejenigen Menschen, die während einer Living Library ihre ganz individuellen Erfahrungen, Perspektiven und Geschichten teilen. Diese sprechen dabei nicht als belehrende Person im Frontalunterricht, sondern kommen mit den Workshop-Teilnehmenden in einen unmittelbaren Austausch zusammen. Living Libraries wirken dabei nicht bloß aufklärend, sondern ebenfalls empowernd - sowohl für diejenigen, die ihre Geschichten teilen wie für jene, die sich in diesen wiedererkennen.
Jede Living Library wird durch unserere geschulten Trainer*innen begleitet. Sie sind bei den teilweise harten Erfahrungen für das Wohlergehen der „human books“ und der Teilnehmenden verantwortlich. Im Anschluss an eine Gesprächsrunde leiten sie die Reflexionsrunden mit den „human books“ an.